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LAUF gedanken BLOG

mein Blog rund um´s Laufen, aber nicht nur ...
auch über Dinge die mir durch den Kopf schwirren, während des Laufens und sonst ...
mit anderen Worten eine Menge Lesestoff hier

Rothaarsteig Marathon 17.10.2015

 

... nein, es wird kein klassischer Marathonbericht ... nichts mit Kribbeln beim Startnummer abholen, schlecht schlafen in der Nacht davor, nichts essen können oder sonstiges - eher schon einer über dreckige Füße ...
 
Stattdessen beginnt es mit den Folgen des Burgwald Marathons ... mit einer Monsterblase unter dem linken Fuß und dem damit verbundenen Scheitern bei Kilometer 11  ...
 

Die Blase war übel, ließ mich fast eine Woche lang nicht richtig laufen und begann erst nach "NotOP" sprich Aufschneiden langsam abzuheilen. Das dauerte gute 4 Wochen und war neben chronischer Unlust ein Grund für nur einen Lauf pro Woche und damit nur ca. 63 km im ganzen Monat September. Eigentlich wären es sogar nur gute 50 km geworden, wäre da nicht die totale Mondfinsternis Ende September gewesen und da der Wetterbericht freien Himmel versprach schälte ich mich kurz vor vier in der Nacht aus dem Bett - hat sich gelohnt. Viel besser wurde der Oktober auch nicht, immerhin wurden es zwei bis drei Läufe pro Woche. Die waren auch dringend notwendig, hatte ich doch Lee versprochen beim Rothaarsteig Marathon zu starten. So ein "Arschtritt" kann motivationstechnisch einiges bewirken wink   ...

 
Also stand er nun an, der Marathon. Leider doch ohne Lee, er musste einem Lauf in den letzten Wochen Tribut zollen, Gesundheit geht vor! So ganz sah ich wohl auch nicht nach Marathon aus, bekam ich doch genau das am Vorabend noch von meiner besseren Hälfte zu hören. Und ganz ehrlich: genauso wie ich aussah fühlte ich mich auch, müde, kaputt, ausgelaugt. Aber egal, diese letzte Nacht vorher habe ich erstaunlicherweise gut geschlafen, genau genommen besser als in den ganzen letzten Wochen, und fühlte mich eigentlich ganz gut. Frühstück zwei Brötchen und Käsesalat, zwei Kaffee im Thermobecher für unterwegs und die Wartezeit vorher und zwanzig vor acht ging es los. Start ist zwar erst 11 Uhr, aber frühe Ankunft sichert einen Parkplatz in der Nähe und somit weniger Leiden hinterher. Startnummer und Falke Präsent abholen und dann zum Warten einen gemütlichen Platz in der Halle suchen.
Apropos Falke Präsent - Falke ist einer der Hauptsponsoren des Laufes und hat seinen Hauptsitz im Nachbarort und so bekommt jeder Starter ein Präsent von Falke. Dieses Jahr eine Running Short (Unterhose), leider nicht wie vor zwei Jahren ein Running Shirt - fand ich praktischer, aber ich will nicht meckern.
 
Dann warten, direkt hinter der Startnummernausgabe - hat den Vorteil die Starter und vielleicht auch Bekannte zu sehen. Zum Beispiel Friedrich Liberti aus Berlin und auch ein regelmäßiger Starter bei Bernhard Sesterheims SH-Supertrail. Friedrich hatte bei der Startnummerverlosung gewonnen und eine zusätzliche Tüte mit Präsenten bekommen. Wir hatten wirklich Spaß beim Auspacken und die Präsente sorgten neben dem Wahnsinnskuchenbufett dann auch für einige Anrufe seinerseits bei seiner Frau, um direkt davon zu berichten laugh . Das Bufett ist wirklich unglaublich, wenn auch meiner Gluten-Problematik wegen leider nichts für mich.
 
Irgendwann dann Start - wenig spektakulär für mich, kenne ich ja schließlich zur Genüge. Kühl war es, nur 3-4 Grad und so war ich froh direkt vor dem Start schon der ersten warmen Tee zu bekommen. Ansonsten gibt es wenig zu berichten, kühl, keine Sonne, im Gegenteil es war eher trüb, aber kein Regen - zum Glück. Aber Handschuhe waren notwendig und deswegen gibt es auch keine Fotos von unterwegs, zu trüb, zu kalt. Unterwegs dann Berge, 800 Höhenmeter auf 42 Kilometer sind nicht zu verachten. Das Ganze überwiegend auf Waldwegen, etwas Asphalt und zwei Singletrail Stücke uuuund Schnee, also die Reste vom ersten Wintertag der Saison zwei Tage vorher. Kein Vergleich mit dem Lauf vor zwei Jahren, bei strahlendem Sonnenschein und 15 Grad.
Ich bin es ruhig angegangen, wollte diesen Lauf doch als Trainingslauf mit Vollversorgung sehen. Veranschlagtes Tempo war mein persönliches Ultralauftempo, ca. 7,5 km in der Stunde. Das passte auch gut, die Berge bin ich, um im Rythmus zu bleiben, überwiegend auch gelaufen. Die Wege waren dank des Regens der vergangen Tage matschig und in den Passagen die auch von Halbmarathonis und (Nordic)Walkern begangen wurden nicht nur matschig sondern regelrecht schlammig und teilweise durchaus schwierig zu laufen. Kurz vor Kühhude, Kilometer 25/26 oder so, dann eine Schlammpfütze so breit wie der Weg, lang war sie auch und man kam nicht drum rum oder drüber weg - als der erste Fuß drin steckte wars auch egal, einfach durch. Sehr spaßig waren die ersten zwei/drei Kilometer danach - Schlamm zwischen Fuß und Sohle der Luna's fühlt sich an wie Schmierseife, vor allem bergab.
Und noch mal ein Apropos - vor dem Start wies der Sprecher noch einmal darauf hin, dass es doch sinnvoll wäre in Anbetracht des Wetters der letzten Tage und der Wegbeschaffenheit feste, seitenstabile Trail-Schuhe zu tragen. Das entlockte mir natürlich ein leichtes Grinsen und ließ einige Zuschauer/Begleiter umgehend meine Füße fotografieren laugh .
 
Bis ca. Kilometer 35/36 lief es gut, ich war sogar etwas schneller als angedacht. Aber dann kam doch der Moment in dem einige Muskeln meinten sie wollten nicht mehr so, wären nicht genug trainiert und wurden einfach nur bockig. Der Lauf wurde unrunder und langsamer und ich hatte eigentlich auch keinen Bock mehr. Das Ende war dann doch genau der anfangs angepeilte Schnitt - Ziel mit 05:33 erfüllt, die Erkenntnis das man doch jederzeit in der Lage ist eine solche Strecke in der bei Marathons üblichen Maximalzeit von 6 Stunden zu laufen und das sogar ohne irgendwelche Malessen wie Muskelkater hinterher, so die heutige "Ein Tag später Erkenntnis".  Zufrieden!
 
Spaßig waren natürlich auch die Gesichter anderer Läufer oder Wanderer ob meiner "Schuhe" und die Kommentare. Und wie ich dann im Ziel erfuhr, hatten sie sich ("die Schuhe") schon rum gesprochen und einer der Sprecher fotografierte dann auch nur meine Füße ...
 

Was nun mit den Plänen oder Überlegungen für das restliche Jahr wird? Mal sehen, ich bin noch unschlüssig ...

 
 

Tags: LAUF gedanken BLOG, Wettkampf, Marathon

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Overall Rating (2)

5 out of 5 stars
  • Schön, dass du die Kurve gekriegt hast, dein Tempo gelaufen bist, einfach so. Die Blicke anderer Läufer auf deine - zugegeben ungewöhnlichen Schuhe - kann ich mir lebhaft vorstellen, ich finde es toll, wenn es deinen Füßen bekommt. Freue mich, dass dich anscheinend doch wieder die Lauflust gepackt hat - YES !!!

  • Als Antwort auf: Gast - ultraistgut

    Doch, am Samstag hat es Spaß gemacht ... zumindest anfangs :-) ... nachher, gegen Ende, habe ich doch gespürt, dass die langen Läufe fehlten ...
    und ja, es bekommt meinen Füßen ... keine Blasen, keine Druckstellen, auch kein Gefühl irgendwie müder oder schwerer Füße, Sohlenbrennen oder was sonst so in Schuhen auftreten kann ... :-)

    Liebe Grüße

  • Rated 5 out of 5 stars

    Hi Jana,

    Cooler Bericht. Ein Marathon in Luna-Sandalen ist noch nicht alltäglich. Mich würden die Dinger ja auch reizen, aber ich hab ein Problem mit der Optik. An Frauenfüssen sind die ja geradezu schick und man kann die locker im Alltag tragen.

    Aber Männer in Sandalen - da hab ich Vorurteile und will selbst nicht in der Schublade landen. Muss wohl noch ein wenig an meinem Selbstbewusstsein arbeiten, wenngleich ich von der Funktion voll überzeugt bin. In FiveFingers komme ich mir auch immer blöd vor...

    Beste Grüße vom FlowRunner

  • Als Antwort auf: Gast - FlowRunner

    Hi Sebastian,

    ich bin seit fast 5 Jahren minimal unterwegs ... bis Mai diesen Jahres in VFFs und seitdem in Luna's ... und mit beiden geht alles, auch Ultratrail. Ich hoffe im nächsten Jahr mal ein paar mehr Berichte darüber schreiben zu können. Liegt bei mir immer etwas an der Lust, sitze schon tagsüber als ITler nur vor der Kiste. Da fehlt dann oft der Geist in der Freizeit auch was zu machen ...

    Was die Optik betrifft:
    1. sind Luna's keine normalen Sandalen wie sie ältere Herren tragen, ganz im Gegenteil, die Dinger sehen einfach nur gut aus
    2. auch an Männern, sofern sie die Socken weg lassen ;)
    3. das Selbstbewusstsein kommt von ganz allein, wenn man (womit auch immer) anders ist als der Durchschnitt :)

    Aber ernsthaft, probiere es aus und Du wirst sehen die Leute interessieren sich kaum für die Füße der anderen ... mit Ausnahme solcher Situation wie von mir beschrieben.

    Liebe Grüße

  • Welches Luna-Modell hast Du denn? Es scheint drei unterschiedliche zu geben. Ich glaube, ich muss die wirklich mal probieren - schon um mitreden zu können ;-)

    Gruß Sebastian

  • Als Antwort auf: Gast - FlowRunner

    In Deutschland werden drei Modelle vertrieben ... die Venado - optimal für Asphalt ... die Mono - die absolute Allroundsandale ... die Oso - für richtige Trails.
    Für den Einstieg empfiehlt Andi von http://www.lunasandals.de/ die Mono und das würde ich auch. Sie bietet auch im Gelände noch genug Halt. Die Oso ist da schon extrem hart und passt sich nicht ganz so gut an den Fuß an. Aber Du kannst Andi auch anrufen (Telefonnummer findest Du auf der Website) und ihn fragen was am Besten für Dich wäre. Er hat vor allem auch gute Tipps für den Ein- oder Umstieg parat (langsam, mit kurzen Strecken usw.).

    Oh und ganz wichtig ... ganz am Anfang haben viele, auch ich, Blasen ... die Füße müssen sich erst umgewöhnen und der Laufstil muss sich erst anpassen, d.h. nicht mit den Füßen abdrücken sondern aktiv laufen ... manche denken auch man müsste sich erst Hornhaut zulegen, das ist grundverkehrt und fördert eher Blasen ... :)

    Dann bin ich mal gespannt, ob wieder jemand "lunifiziert" wird ...

    Liebe Grüße

  • Als Antwort auf: Jana

    Danke für die ausführliche Erklärung. Wahrscheinlich warte ich noch das Frühjahr ab. Bzgl Laustil mache ich mir keine Sorgen, bin seit Jahren Born-to-Run infiziert ;-)

    Ich werde auf meinem Blog berichten, wenn ich die ersten Erfahrungen mit den Lunas gemacht habe.

    Beste Grüße
    Sebastian

  • Mit Lunas im Schlamm, das ist mal cool (war es das?). Wie bist du mit denen zufrieden? Ich habe letztes Jahr bei einem Lauf einen Typen getroffen, der nur mit den Dingern rennt. Geärgert hat er sich ein paar Wochen später nur, als er mit einem Zeh am Stein hängenblieb....

    Ciao,
    Harald

  • Als Antwort auf: Gast - das lauferei

    Hallo Harald.

    ich liebe meine Lunas, laufe inzwischen zwei unterschiedliche Paare (Asphalt und Trail) und ein drittes im Alltag. Ich finde es gibt nichts bequemeres, so dass ich sogar seit Mitte September kein einziges Mal mehr normale Schuhe an hatte. Man benötigt aber viel Zeit für die Umstellung, ich lief schon 4 Jahre in VFFs bis ich im Mai auf die Lunas umgestiegen bin. Wenn man von Schuhen kommt, würde ich schon sagen bis zu einem Jahr bis man längere Strecken problemlos bewältigen kann.

    Und sie sind cool, aber keineswegs kalt :D - egal ob Schlamm oder wie letzte Woche Schnee ...

    http://janamelath.de/j3/images/Blogbilder/12241655_1002571806470645_5945603582579105808_n.jpg

    Es erfordert aber schon eine saubere Lauftechnik, um nicht ständig Steinchen aufzusammeln oder sich die Zehen zu stoßen. Das ist mir übrigens das letzte Mal in VFFs im Frühjahr passiert. So langsam wachsen die Nägel der beiden großen Zehen wieder nach ...

    Liebe Grüße

  • Gast - Aline

    Rated 5 out of 5 stars

    Exzellenter Wettkampf. Man wird echt auf die Probe gestellt. Diese Veranstaltung macht echt viel Freude.

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