LAUF gedanken BLOG

mein Blog rund um´s Laufen, aber nicht nur ...
auch über Dinge die mir durch den Kopf schwirren, während des Laufens und sonst ...
mit anderen Worten eine Menge Lesestoff hier

Mittelalter, Mythen und Sagen und ein wenig Laufen

 

 

... das Ganze in einer Runde ums halbe Dorf, grob betrachtet ...

 

Samstag, 18. April ... etwas länger wollte ich laufen ... Himmelfahrt steht quasi vor der Tür und damit auch der SH-Supertrail. Und genau mit diesem Lauf haben ich und mein Knie ja noch eine Rechnung offen. Wirklich viel reißen werde ich auch dieses Jahr nicht, zu schlecht war die Vorbereitung mangels Zeit, wegen jeder Menge Streß mit ehemaligem Kater1 Clarence und außerdem habe ich mir in diesem Winter gleich zweimal eine Virusgrippe gegönnt. Optimale Vorbereitung sieht anders aus ...

 

Geplant ist deshalb einfach nur langsam laufend durchkommen ... damit dies gelingt stehen lange, langsame Läufe mit besonderem Augenmerk auf richtiges, Knie links schonendes Laufen auf dem Plan ...

Apropos Knie links schonen ... ich hab einiges ausprobiert seit dem letzten DNF beim Supertrail ... Schuhe statt VFFs ... Bandagen, Tapes ... andere Lauftechnik ... gebracht haben die einzelnen Maßnahmen wenig ... beim Panoramalauf Rund um die Burg Are bin ich zwar bis zum Schluss (47 km) durchgelaufen, aber seit Kilometer 36 mit üblen Schmerzen im Knie links (wo auch sonst) ... die darauf folgenden drei Wochen war dann Selbstmitleid und mehr oder weniger Pause angesagt ...

Die Lösung scheint jetzt doch wieder und ausschließlich mit VFFs laufen ... Temperaturen unter Null plus Nässe mal ausgenommen ... dabei auf die Schritte achten, kurz und stattdessen mit etwas höherer Frequenz, steil bergab sehr vorsichtig, lieber kurz Gehen und bedingungsloses Hören auf alle Anzeichen die Knie und Körper im allgemeinen so senden ...

 

Jedes Mal die gleiche Strecke laufen ist ja bekanntermaßen auf Dauer langweilig ... so bin ich diesmal die ersten 5 Kilometer wie üblich an eine große Kreuzung mit 6 Wegen mitten im Wald gelaufen ... und dann ehne, mehne, muh mäßig mal gaaanz anders abgebogen als meist ... 

 

Und kam "direkt" an der RUINE HOLLENDE vorbei ... 

Man muß schon wissen, dass es sie gibt oder aber auf die Hinweistafel achten, sonst läuft man glatt vorbei. Sie liegt ein kleinwenig abseits vom Waldweg und sieht eher aus wie ein mit Bäumen bewachsener Minivulkankegel. Es handelt sich dabei um eine im Mittelalter existierende Burg eines Adelsgeschlechts, welches sich wie die Burg auch längst in Wohlgefallen aufgelöst hat. Gut von der Burg sind noch Reste da, vom Adelsgeschlecht der Gisonen eher weniger. Bis auf den Namen vielleicht? Männer mit Vornamen Giso gibt es auch heute noch einige in der Gegend.

Aus heutiger Sicht fast lustig ist die Bezeichung Burg. Gemeinhin stellt man sich unter einer Burg ein größeres Gebäude mit Türmen, Wachanlagen, dicken Mauern, vielleicht nicht immer so wie die der Hohenzollern im Schwäbischen, aber doch groß und mächtig vor. Das traf auf die Hollende nicht ganz zu, sie war eher sehr bescheiden. Eigentlich bestand sie nur aus einem Wohnturm mit Mauer drumrum und war die Fläche betreffend alles in allem so groß wie das Häuschen in dem ich wohne, gute 70 m2 Grundfläche. Und spannend ist es allemal: man hat so gar keine Vorstellungen von dem Leben damals, der Größe der Grafschaften oder meist klösterlichen Herrschaftsbereiche, die Größe der Familien. Ich meine wieviele Personen konnten wohl da leben, über Generationen und unter welchen Bedingungen. Unsere Vorstellungen sind doch eher von Hollywoods Kostümfilmen oder ähnlichem geprägt, das trifft wohl auch auf die Zeichnung auf der Hinweistafel (Foto) zu.

Sehr ausführlich haben sich die Wanderfreunde Treisbach, aus meiner Sicht auf der anderen Seite des Berges gelegen, damit beschäftigt. Es gibt einen wunderbaren Rundwanderweg (Start in Treisbach, ca. 15 km lang). Nachlesen kann man das Ganze, den Aufbau der Burg und die Geschichte der Burgherren sowie der anderen zahlreichen Burgen in der Gegend bis hin zur Zerstörung der meisten Burgen durch die Truppen Sophie von Brabants um 1248/48 hier: http://www.wanderfreunde-treisbach.de/hollende/grafengeschlecht_der_gisonen.htm . 

 

Burgruine Hollende
Mehr Infos über das Geschlecht der Gisonen gibt es bei den Wanderfreunden Treisbach
Burgruine Hollende
Burgruine Hollende
Burgruine Hollende
Burgruine Hollende
Burgruine Hollende
Mauerreste des Wohnturms
Burgruine Hollende
Mauerreste des Wohnturms
Burgruine Hollende
Mauerreste des Wohnturms
Burgruine Hollende
Burggraben
 

 

Weiter ging es durch den Wald nach Warzenbach, auf den Wollenberg zu den Wichtelhäusern ... 

Die Wichtelhäuser sind eine Felsformation oberhalb von Brungershausen im Lahntal gelegen. Ist man schwindelfrei genug hat man eine schöne Panoramasicht auf das Lahntal zwischen Marburg und Biedenkopf. Damit wäre dann auch der Part Mythen erreicht. Die Geschichte, nachzulesen auf dem PDF der beiden Fotos der Hinweistafel, beginnt mit: Vor vielen Jahren, als es auf der Erde noch Riesen, Zwerge, Hexen und Elfen gab ... und endet mit der immer wieder in vielen Sagen und Märchen thematisierten Gier und mit dem Neid der Menschen, welche die Wichtel veranlasste die Eingänge zu den Schätzen in der Tiefe der Erde mit Felsbrocken zu verschließen und für die Menschen unzugänglich zu machen. Tatsächlich entstanden diese Felsen wohl in einem Zeitrahmen von 50-70 Millionen Jahren vor ca. 340 Millionen Jahren, lange bevor es Menschen gab. 

Heute kann man dort die Ruhe und die Aussicht genießen, der Phantasie ihren Lauf lassen und für Kinder ist es ein Paradies zum klettern und spielen. 

 

Wichtelhäuser
siehe PDF Verlinkung im Text
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
Wichtelhäuser
 

 

Von den Wichtelhäusern ging es nur noch nach Hause, d.h. erstmal den Berg runter ins Lahntal, einige wenige Kilometer den Radweg entlang, immer Rictung Dusche ... alles in allem ein schöner Lauf durch die nun doch endlich grün werdende Natur, hier und da leuchten auch im Wald ein paar Blüten, und das Lahntal in der Nachmittagssonne ...

 

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Tags: LAUF gedanken BLOG, Natur

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